Ausgabe Nr. 1 / 2019

 

Gerd Nufer, David Mariot & André Bühler
Existiert ein Halo-Effekt bei Fans im deutschen Profi-Fußball? - Ergebnisse einer empirischen Analyse, Implikationen für die Sportmanagement-Praxis und aktueller Bezug

Abstract:

Ein Halo-Effekt liegt vor, wenn der Eindruck eines dominanten Merkmals die Beur-teilung anderer Eigenschaften eines Objekts beeinflusst. Es handelt sich um eine kognitive Verzerrung, die zu verzerrten Beurteilungen führt. In einem sportbezo-genen Kontext ist der Halo-Effekt bislang kaum erforscht worden, obwohl dies we-sentlich dazu beitragen könnte, das Denken und Verhalten von Sportfans zu verste-hen. Das Ziel des vorliegenden Beitrags ist es, die Frage zu beantworten, die gleichermaßen für die Theorie und die Praxis des Sportmanagement von Interesse ist: Gibt es einen Halo-Effekt im Fußball? Der Beitrag präsentiert die Ergebnisse einer empirischen Untersuchung, in deren Rahmen Fans von Vereinen aus der deutschen Fußball-Bundesliga befragt wurden.

Keywords:
Halo-Effekt, Fußball, Sportmarketing, Sozialpsychologie, "Die Mannschaft"

Zitation:
Nufer, G., Mariot, D. & Bühler, A. (2019). Existiert ein Halo-Effekt bei Fans im deut-schen Profi-Fußball? - Ergebnisse einer empirischen Analyse, Implikationen für die Sportmanagement-Praxis und aktueller Bezug. Sciamus - Sport und Management, Jg. 2019, Nr. 1, S. 1-25.


Maximilian Seidl, Dominic Lobgesang, Michael Barth & Martin Schnitzer
Sportmanagement-Absolventen der Universität Innsbruck: eine retrospektive Betrachtung der Berufsfelder, erworbenen Qualifikationen und Arbeitszufriedenheit

Abstract:

Bis dato liegen im Bereich Sportmanagement kaum veröffentlichte Befragungen von Absolventen österreichischer Hochschulen vor. Daher wurde im Rahmen die-ser Fallstudie neben der Analyse von drei Curricula (1994, 2002, 2007) eine retro-spektive Onlinebefragung von Absolventen des Studiengangs „Sportmanage-ment“ (SMA) durchgeführt, die deren Berufsfelder, erworbene Qualifikationen so-wie Berufszufriedenheit untersucht. Die Berufsfelder der Stichprobe stimmen fünf bis zwölf Jahre nach Studienabschluss mehrheitlich (56/94) mit jenen der Curricula sowie den Ergebnissen deutschsprachigen Literatur überein. Die Bewertung der Qualifikationen wirft die Frage auf, ob EDV- und Fremdsprachenkenntnisse unter den Zuständigkeitsbereich der Universität fallen. Insgesamt bildet die Arbeit eine erste Basis für zukünftige SMA-Befragungen in Österreich.

Keywords:

Absolventenbefragung, Sportmanagement, Berufsfeld, Qualifi-kation, Arbeitszufriedenheit

Zitation:
Seidl, M., Lobgesang, D., Barth, M. & Schnitzer, M. (2019). Sportmanagement-Absolventen der Universität Innsbruck: eine retrospektive Betrachtung der Berufsfelder, erworbenen Qualifikationen und Arbeitszufriedenheit. Sciamus - Sport und Management, Jg.  2019, Nr. 1, S. 26-47.


Christopher Huth
Forschungsreport - Zum Max-Morlock-Stadion mittels Crowdfunding: Motive der (Nicht-)Teilnahme an der Kampagne Max Gemeinsam

Keywords:

Fußball, Crowdfunding, Namensrechte, Teilnahmemotive

Zitation:
Huth, C. (2019). Forschungsreport - Zum Max-Morlock-Stadion mittels Crowdfunding: Motive der (Nicht-)Teilnahme an der Kampagne Max Gemeinsam. Sciamus - Sport und Management, Jg. 2019, Nr. 1, S. 48-53


Tobias Berger & Frank Daumann
Forschungsreport - Wettereffekte als Einflussfaktor auf Teamperformance im Fußball

Keywords:

Fußball, Wettereffekte, Teamperformance, Niederschlag, Temperatur

Zitation:
Berger, T. & Daumann, F. (2019). Forschungsreport - Wettereffekte als Einfluss-faktor auf Teamperformance im Fußball. Sciamus - Sport und Management, Jg. 2019, Nr. 1, S. 54-68

 

Ausgabe Nr. 3 / 2017

Christopher Huth
Umweltzertifikate im Sport: Gruppenspezifische Analyse der Relevanz und Zahlungsbereitschaft im Golfsport

Der Beitrag untersucht den Stellenwert des Zertifikats Golf&Natur für aktive Golfer bei einer Greenfee-Runde. Resümierend ist festzuhalten, dass das Umweltzertifikat des DGV im Gegensatz zu anderen Umweltzertifikaten wie beispielsweise das Bio-Siegel oder auch das US-amerikanischen Pendant im Golfsport bisher noch eine eher untergeordnete Rolle als Qualitätssignal spielt. Allerdings kann es – bezogen auf den deutschen Golfmarkt – insgesamt als mindestens genauso relevant bezeichnet werden wie das renommierte Qualitätszertifikat The Leading Golf Courses of Germany. Beide Zertifikate spielen bei der Auswahl eines Platzes eine unterstützende, jedoch keine zentrale Rolle. Somit ist aus einer reinen finanzpolitischen Perspektive zweifelhaft, ob die möglichen zusätzlichen Einnahmen durch ein erhöhtes Greenfee in der Lage sind, die durch den Zertifizierungsprozess entstehenden Kosten zumindest zu amortisieren.

Keywords:
Golfsport, Umweltzertifikate, Finanzpolitik, Zahlungsbereitschaft

Zitation:
Huth, C. (2017). Umweltzertifikate im Sport: Gruppenspezifische Analyse der Relevanz und Zahlungsbereitschaft im Golfsport. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 3, S. 1-13.


Jörn Littkemann, Claudio Kasper und Klaus Derfuß
Stand des Personalcontrollings im professionellen Teamsport: Empirische Ergebnisse aus deutschen Clubs

Bislang liegen nur sehr wenige Erkenntnisse zur Ausgestaltung des Controllings im professionellen Teamsport vor. Daher widmet sich dieser Beitrag der Analyse des Personalcontrollings in deutschen Teamsportorganisationen. Im Rahmen einer empirischen Erhebung wurden 50 Verantwortliche aus den professionellen Ligen des Basketballs, Eishockeys, Fußballs und Handballs zum Entwicklungsstand des Personalcontrollings in ihren Clubs befragt. Es zeigt sich, dass fast alle Clubs in Grundzügen über ein operatives Personalcontrolling verfügen. Die Überwachung der laufenden Personalkosten und die Wahrnehmung der damit verbundenen Aufgaben sind häufig direkt bei der obersten Führung der Clubs angesiedelt. Spezifische Instrumente und Kennzahlen zur detaillierten Steuerung der Personalkosten und -erlöse insbesondere im Rahmen strategischer Fragestellungen kommen hingegen deutlich seltener zum Einsatz. Hier besteht für die Clubs noch ein erhebliches Verbesserungspotenzial im Hinblick auf die zielgerichtete Weiterentwicklung ihres Personalcontrollings.

Keywords:
Bundesliga, Empirische Analyse, Personalcontrolling, Profisport, Teamsport

Zitation:
Littkemann, J., Kasper, C. & Derfuß, K. (2017). Stand des Personalcontrollings im professionellen Teamsport: Empirische Ergebnisse aus deutschen Clubs. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 3, S. 14-29.

 

 

Ausgabe Nr. 2 / 2017

 

Sören Dressler, Thomas Rachfall & Dirk Förster-Trallo
Forschungsreport – Anforderungen an den Sports Data Manager: Ergebnisse einer globalen Untersuchung

Der hier vorgestellte Beitrag untersucht das Berufsbild des Sport Data Managers sowie die Ausbildungsinhalte für diesen Beruf. Hierfür wurden die marktseitig geforderten Ansprüche an Sports Data Manager ermittelt und mit den Ausbildungsinhalten an internationalen Uni­versitäten verglichen. Die Analyse der Ergebnisse ergab, dass ein regional divergierendes Verständnis des Berufsbildes besteht und dass unterschiedliche Ausbildungsstrategien eingesetzt werden. Dennoch werden die marktseitig geforderten Fähigkeiten nicht ausreichend vermittelt und stattdessen zu wenig bedarfsgerechte Inhalte gelehrt. Dieser Beitrag stellt die ermittelten Unterschiede für verschiedene internationale Regionen vor und zeigt so die Lücke zwischen Angebot und Nachfrage der Ausbildungsinhalte auf.

Keywords:
Berufsfeld Sport, Berusbild, Sport Data Manager, Beruf Sport, Ausbildungsinhalte

Zitation:
Dressler, S., Rachfall, T. & Förster-Trallo, D. (2017). Forschungsreport – Anforderungen an den Sports Data Manager: Ergebnisse einer globalen Untersuchung. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 2, S. 1-8.


Olivia Wohlfart, Alexander Hodeck & Gregor Hovemann
Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt Sport – Ergebnisse einer Absolventenbefragung der Universität Leipzig

Das Berufsfeld Sport hat sich zu einem attraktiven Bereich für Berufsanfänger entwickelt. Die Zahl der Studienanfänger und –Absolventen steigt. Doch wo landen diese Absolventen? Welche Unterschiede lassen sich je nach gewählten Studienfächern erkennen? Die Arbeit befasst sich mit dem Berufseinstieg der Absolventen der Sportwissenschaftlichen Fakultät der Universität Leipzig. Mittels einer Online-Befragung wurden alle Absolventen seit der Einführung der Bachelor- und Masterstudiengänge zu ihrem Berufseintritt befragt. Ausgehend von einer arbeitsmarkttheoretischen Perspektive werden die Humankapital-Theorie sowie die Neue Institutionenökonomik herangezogen, um im empirischen Teil der Arbeit Unterschiede zwischen Personengruppen zu untersuchen und zu interpretieren. Aus den Ergebnissen lassen sich weiterführende Forschungsfragen ableiten.

Keywords:
Absolventenstudie, Sportwissenschaftliche Studiengänge, Berufseintritt, Arbeitsmarkt Sport, Berufseinstieg Sport

Zitation:
Wohlfahrt, O., Hodeck, A. & Hovemann, G. (2017). Perspektiven auf dem Arbeitsmarkt Sport – Ergebnisse einer Absolventenbefragung der Universität Leipzig. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 2, S. 10-27.


Hanns-Uwe Richter & Mathias Hick
Pyrotechnik im Profisport – Risiken für Vereine und Fans

Nur wenige Themen sind in der Gesellschaft so virulent und werden derart leidenschaftlich diskutiert wie der Sport. Häufig  geht es dabei um den vergangenen Spieltag der Fußball-Bundesliga oder um Spiele der Fußballnationalmannschaft. Doch nicht immer stehen die Ergebnisse im Vordergrund. Seit einiger Zeit ist ein Frage besonders präsent: Sollte man den Einsatz von Pyrotechnik aus Gründen der Fankultur tolerieren oder ablehnen?
Nachdem der BGH bereits im September 2016 festgestellt hat, dass der Schädiger auch beim Einsatz von Pyrotechnik dem Grunde nach zum Schadensersatz verpflichtet ist, bietet die jüngste höchstrichterliche Entscheidung Anlass, sich mit den Folgen des Einsatzes von Pyrotechnik für Vereine und verursachende Fans genauer zu befassen.

Keywords:
Profisport, Pyrotechnik, Sportrecht, Sportfans, Sportvereine

Zitation:
Richter, H.-U. & Hick, M. (2017). Pyrotechnik im Profisport – Risiken für Vereine und Fans. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 2, S. 28-34.

 

Ausgabe Nr. 1 / 2017

Holger Schunk, Thomas Könecke & Holger Preuß
Markenbezogene Zahlungsbereitschaft für Sportbekleidung – Quantifizierung von Preispremien für Funktions-T-Shirts mittels der Conjoint-Analyse

Aufgrund ihrer vielfältigen Funktionen stiften Marken für Anbieter und Nachfrager einen beträchtlichen Nutzen, der bei Sportbekleidung besonders ausgeprägt ist, da hier die Relevanz von Marken besonders hoch ist. Ein beträchtlicher Teil der auf diese Kategorie entfallenden Konsumausgaben ist somit nicht auf die eigentlichen Kernleistungen der Produkte zurückzuführen, sondern durch Marken bedingt. Bisher fanden Preispremien – also die Mehrzahlungsbereitschaft – beim Kauf von Markenbekleidung im Sport in der wissenschaftlichen Literatur allerdings kaum Beachtung. Daher wird in dieser Studie eine Conjoint-Analyse zur Erfassung von Preispremien für verschiedene Segmente (Hoch-, Mittel- und Niedrigpreissegment) dieses Marktes durchgeführt. Als „Basisprodukt“ fungiert hierbei ein Halbarm-Funktions-T-Shirt. Wie sich zeigt, liegen die markenspezifischen Einzahlungen (Preispremien) für das Referenzprodukt je nach Sportart und Preissegment im „realistischen“ Szenario zwischen 10 und 30 Euro und im „konservativen“ Szenario zwischen 5 und 10 Euro.

Keywords:
Marke, Preispremien, Sportmarkt, Sportbekleidung, Conjoint Analyse

Zitation:
Schunk, H., Könecke, T. & Preuß, H. (2017). Markenbezogene Zahlungsbereitschaft für Sportbekleidung – Quantifizierung von Preispremien für Funktions-T-Shirts mittels der Conjoint-Analyse. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 1, S. 1-19.


Christopher Huth
Forschungsreport - Evaluierung der Entwicklung und Etablierung eines neuen Ligensystems im Zeitablauf am Beispiel der KRAMSKI Deutsche Golf

Keywords:
Golf, Forschungsreport, Deutsche Golf Liga

Zitation:
Huth, C. (2017). Forschungsreport - Evaluierung der Entwicklung und Etablierung eines neuen Ligensystems im Zeitablauf am Beispiel der KRAMSKI Deutsche Golf. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 1, S. 20-24.


Hiroyuki Shioume
Relevanz des CSR-Themas Bekämpfung der Homophobie für den deutschen Fußball und für das CSR-Markenmanagement des DFB

Zweck dieser explorativen Untersuchung ist es, herauszufinden, wie relevant das CSR-Thema Bekämpfung der Homophobie im Vergleich mit anderen CSR-Themen (Fußballamateure und Gewaltprävention) für den deutschen Fußball und das Markenimage des DFB sein kann. Ferner sollen anhand des Involvements die Ursachen ermittelt werden. Online wurde ein Quasi-Experiment mit Mixed Design (zwei Zwischen-Faktoren [drei bildliche Stimuli der CSR-Aktivitäten des DFB und High und Low Involvement in den DFB] und ein Within-Factor [Pre- und Posttest]) durchgeführt. ANOVA zeigte, dass das Bild der CSR-Aktivität zur Anti-Homophobie einen signifikant positiven Einfluss auf das Markenimage bei niedrig Involvierten hatte. Aus Sicht der CSR-Markenführung mag das Thema für den deutschen Fußball sehr relevant sein. Am Ende wird das Ergebnis anhand der deskriptiven Statistik zur Bekanntheit, Bewertung und Übereinstimmung der CSR-Kampagne wegen der begrenzten Stichprobengröße zurückhaltend diskutiert.

Keywords:
Homophobie, CSR, Markenimage, CSR-Markenführung, Involvement

Zitation:
Shioume, H. (2017). Relevanz des CSR-Themas Bekämpfung der Homophobie für den deutschen Fußball und für das CSR-Markenmanagement des DFB. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 1, S. 25-40.


Dirk Jungels, Michael Förch & Michael Riedl
Forschungsreport – PAS: Player Agent Study Vol.2
Spielerberater - Tätigkeit, Meinungen, Professionalisierung; Eine explorative, theoretische und empirische Untersuchung zum Berufsfeld des Spielerberaters

Keywords:
Spielerberater, Professionalisierung, Arbeitsmarkt Sport, empirische Untersuchung

Zitation:
Jungels, D., Förch, M. & Diedl, M. (2017). Forschungsreport – PAS: Player Agent Study Vol.2. Spielerberater - Tätigkeit, Meinungen, Professionalisierung; Eine explorative, theoretische und empirische Untersuchung zum Berufsfeld des Spielerberaters. Sciamus - Sport und Management, Jg. 8, Nr. 1, S. 40-49.

Ausgabe Nr. 4 / 2016

 

Florian Oldenburg-Tietjen, Thomas Hahn, Philipp Reinbacher & Heinz Hönigschmid
Positive Skaleneffekte in europäischen Fußballligen - Eine Analyse auf Basis der UEFA Champions League

Vor dem Hintergrund der häufig diskutierten Dominanz einiger weniger Vereine in den nationalen und internationalen Wettbewerben, werden in diesem Beitrag die möglichen finanziellen Einnahmeeffekte der sportlich und finanziell erfolgreichsten Teilnehmer der UEFA Champions League gegenüber den nicht ganz so erfolgreichen Teilnehmern analysiert. Insbesondere wird überprüft, ob es Einnahmequellen gibt, welche die meist subjektiven finanziellen Ungleichheiten objektivieren können. Es soll damit gezeigt werden, dass Skaleneffekte, welche bereits in der UEFA Champions League vorhanden sind, die Wettbewerbsintensität der Meisterschaftswettbewerbe in Europa verzerren. Aufbauend auf der Analyse werden Vorschläge zur Verbesserung dieser Situation erörtert.

Keywords:
Fußball, UEFA Champions League, Wettbewerbsintensität, Europäische Wettbewerbe, Ligenmanagement

Zitation:
Oldenburg-Tietjen, F., Hahn, T., Reinbacher, P. & Hönigschmid, H. (2016). Positive Skaleneffekte in europäischen Fußballligen - Eine Analyse auf Basis der UEFA Champions League. Sciamus - Sport und Management, Jg. 7, Nr. 4, S. 1-24.


Hanns-Uwe Richter & Mathias Hick
Befristung von Arbeitsverträgen im Spitzen-fußball – der Fall „Heinz Müller“

Befristete Arbeitsverträge mit Spitzenfußballern sind unzulässig! Die Entscheidung des Arbeitsgerichts Mainz vom 19.03.2015 in der Sache Heinz Müller / 1. FSV Mainz 05 hätten gravierende Folgen für den Spitzenfußball gehabt. Arbeitsverhältnisse müssten gekündigt werden, die Kündigungen müssten sozial gerechtfertigt sein. Das System der Ablösezahlungen wäre zusammengebrochen. Das Berufungsgericht beurteilte die Rechtslage anders und stellte den alten Zustand wieder her. Die Begründung des Urteils des Landesarbeitsgerichts Rheinland-Pfalz vom 17.02.2016 überzeugt rechtsdogmatisch nicht. Allerdings ist der Entscheidung im Ergebnis zuzustimmen. Es besteht im professionellen Sport ein Bedürfnis, mehrere befristete Verträge hintereinander abschließen zu können, ohne Gefahr zu laufen, dass ein unbefristetes Arbeitsverhältnis aufgrund der Fiktion des § 16 TzBfG entsteht. Gerade wegen der rechtsdogmatischen Schwächen des Urteils liegt es im Interesse der Bundesligavereine, dass sich die Parteien des Rechtsstreits außergerichtlich einigen. Denn anderenfalls droht den Vereinen ein zweites „Bosman-Urteil“ mit gravierenden Auswirkungen auf das Transfersystem.

Keywords:
Heinz Müller, Befristete Arbeitsverträge, Arbeitsverträge im Profisport, Bosman-Urteil

Zitation:
Richter, H.-U. & Hick, M. (2016). Befristung von Arbeitsverträgen im Spitzenfußball – der Fall „Heinz Müller. Sciamus - Sport und Management, Jg. 7, Nr. 4, S. 25-31.


Marc Schwarzwald & Frank Daumann
Effizienzanalyse professioneller Fußballvereine - Eine Untersuchung deutscher Erstligisten der Saisons 2012/13 bis 2014/15

In der folgenden Studie wurden die Vereine der Fußball Bundesliga mittels Data Envelopment Analysis auf ihre Effizienz untersucht. Die Vorgehensweise verdeutlicht, inwieweit ein solches Instrumentarium dem Management von Nutzen sein kann. Die Ergebnisse der Untersuchung lassen darauf schließen, dass effizientes Handeln keineswegs sportlichen Erfolg mit einschließt und umgekehrt. Champions-ligisten wie Bayern München scheinen teilweise ineffizient, während Absteiger wie Greuther Fürth 2012/2013 als maximal effizient eingestuft werden.

Keywords:
Profifußball, Bundesliga, Data Envelopment Analysis, Effizienz, sportlicher Erfolg

Zitation:
Schwarzwald, M. & Daumann, F. (2016). Effizienzanalyse professioneller Fußballvereine - Eine Untersuchung deutscher Erstligisten der Saisons 2012/13 bis 2014/15. Sciamus - Sport und Management, Jg. 7, Nr. 4, S. 31-43.


Jens Blüggel & Rainer Cherkeh
Sport = Arbeit? - Neue Rechtsprechung zum Unfallversicherungsschutz im Vereinssport

In der gesetzlichen Unfallversicherung sind Beschäftigte kraft Gesetzes versichert. Wie ist es um den gesetzlichen Unfallversicherungsschutz im ehrenamtlichen Vereinssport bestellt? Bislang galt dort, dass ehrenamtlicher Vereinssport und Arbeit zwei Paar Schuhe sind. Ehrenamtlicher Vereinssport stellt also regelmäßig keine versicherte Beschäftigung dar, schon weil dort kein Entgelt gezahlt wird. Ein aktuelles Urteil des Bundessozialgerichtes zum Unfallversicherungsschutz beim ehrenamtlichen Vereinssport1 könnte aber in eine andere Richtung weisen. Das Bundessozialgericht hatte dort den Unfallversicherungsschutz einer ehrenamtlichen Handballvereinsspielerin bejaht. Ist dies eine Kurswende in der Rechtsprechung? Und welche Folgen ergeben sich daraus für den ehrenamtlichen Vereinssport?

Keywords:
Vereinssport, Sportrecht, Unfallversicherung, Ehrenamtliche, Versicherungsschutz

Zitation:
Blüggel, J. & Cherkeh, R. (2016). Sport = Arbeit? - Neue Rechtsprechung zum Unfallversicherungsschutz im Vereinssport. Sciamus - Sport und Management, Jg. 7, Nr. 4, S. 44-52.